Review: Gwen Dolyn & Toyboys

Erste gemeinsame EP "Komm Schon!": Zwischen Post Punk, Grunge und Indie


Letztes Jahr schon live komplett überzeugt und jetzt auch mit der angekündigten Debüt-EP zusammen mit den Toyboys ein echter Hingucker: Gwen Dolyn aus Darmstadt bringt unbeschwerten Post Punk auf vier relativ unterschiedlichen Songs; das alles in queerfeministischer Attitüde und mit überwiegend deutschen Texten.

 

Dabei kommt die Musik mal leicht funky daher, dann wieder mit ruhigeren Indie-Vibes, nur um am Ende doch nochmal die dreckigen Grunge-Gitarren auszupacken. Instrumentale Parts sorgen für Atmosphäre, besonders schön sind auch die mehrstimmigen Passagen. 



Generell wirken der Gesang und auch die Texte auf eine unschuldige, manchmal auch freche Weise ungefiltert und einfach geradeaus. Was stellenweise fast naiv wirkt, hat in Wahrheit eine bestechende Tiefe. Das thematischen Leitmotiv rund um Gwens Gefühlschaos ist zwar nichts revolutionär Neues, doch die Art wie sie es vermittelt ist erfrischend und macht Spaß.

 

Am besten gefallen mir der textliche EP-Einstieg („Hände, getrocknet“), die Grunge-Gitarren am Ende („Girlscout“) – von denen es nach meinem Geschmack ruhig noch etwas mehr hätte geben können à la der Single „Uncool“ – und der friedvolle Charakter von „Dr Murkes“.

 

Insgesamt sehr vielversprechend und zurecht auch bundesweit aktuell ein Thema.


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