Mit oder ohne?

Über Apaath, Red Veil und (kein) Screaming im Frankfurter Elfer Club


Der Ort in Frankfurt, an dem es auf den Toiletten die wenigsten weiße Stellen zwischen den Stickern an der Wand gibt? Richtig, der Elfer Club in Altsachs. Hier ließen gestern Abend Apaath und Red Veil die Wände beben. Erstere begannen mit gefühlsvollem Post-Hardcore, der nicht nur durch die deutschen Texte, sondern auch vom gesamten musikalischen Stil an Heisskalt erinnerte, wie man sie von ihrem Album „Vom Wissen und Wollen“ kennt. Zusätzlich dazu kamen bei Apaath jedoch noch genau die Scream-Einlagen, die man bei Heisskalt manchmal gerne hören würde; gelegentlich sogar gedoppelt vom Gitarristen. Eine zusätzliche Härte, die sich perfekt in das melancholische Klanggerüst der Band setzt.

 

Als zweite Band spielte Red Veil aus Offenbach. Ihre Lieder waren im Kontrast zu Apaath geprägt von schön aggressiven Riffs und einer progressiven Metal-Attitüde. Im ungewohnten Stil schwebte darüber eine weibliche Stimme im Klargesang. Durch die Härte der Riffs und der Progressivität wäre ein gescreamter Gesang sicherlich alles andere als fehl am Platz gewesen. Doch funktioniert die Musik auch so und punktet mit einer überraschenden Abwechslung, die funktioniert.

 

So überzeugt die eine Band an diesem Abend gerade weil sie screamt und die andere, weil sie eben das nicht tut.

 

Bild: Chris Bredow (Apart From Us)